10 Jahre Gefängnis für Nackttanz

Saudi-Arabien. (däp) Zu einer 10-jährigen Freiheitsstrafe wurde ein junger Saudi von einem saudischem Gericht verurteilt - und das nur, weil er nackt in der Öffentlichkeit getanzt hatte. Beteiligte -  sogenannte Freunde - nahmen ohne Wissen des Betroffenen eine Videoaufnahme der Szene auf und veröffentlichten sie dann im Internet.

Das Gericht verurteilte die Tat auch vom moralischen Standpunkt aus und vermerkte ausdrücklich in seiner Urteilsbegründung, dass er - wenn es denn unbedingt etwas Nacktes sein müsse - beim nächsten Mal eine Frau von der Straße entblößen solle. Das wäre nicht so schlimm, vorausgesetzt natürlich, dass er dabei bekleidet bliebe. (Hier muss des besseren Verständnisses wegen angemerkt werden, dass Frauen bei den Saudis - zumal die von der Straße - in keinem besonderen Ansehen stehen).

Die sogenannten Freunde kamen übrigens bei der Urteilsfindung auch nicht besser davon. Obwohl er sich aus Scham selbst nicht entkleidet hatte, wurde der Rädelsführer -  der mit den Aufnahmen - ebenfalls zu 10 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt, und zusätzlich bekam er 2000 Peitschenhiebe und eine Geldstrafe von 50.000 saudischen Rial aufgebrummt.

Ein weiterer Freund muss eine 7-jährige Freiheitsstrafe absitzen und mit 1.200 Peitschenhieben fertig werden. Dann gab es noch eine 3-jährige Gefängnisstrafe mit moderaten 500 Peitschenhieben. (In Saudi-Arabien ist es glücklicherweise möglich, eine sehr hohe Zahl von Peitschenhieben in angenehmen Raten von je 50 verabreicht zu bekommen.)  Die Haupttäter nahmen das Urteil mit  Fassung auf. Lediglich der Nackttänzer verlangte zuletzt noch einmal lautstark, unbekleidet eingesperrt zu werden. Der Amtierende Richter hatte das Geschehen allerdings im Griff und zeigte dem Verurteilten mit einer heftigen Bewegung nach oben lediglich den Stinkefinger.








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