Lokführer verwechselt Bremspedal mit Gaspedal

Deutschland, Hadamar. (däp) Der Dampflokverein DHH 1810 e.V.hatte sich sehr auf ein schönes Wochenende gefreut. Alle Mitgliedsbeiträge waren außergewöhnlich pünktlich überwiesen worden, die Wettervorhersagen ließen Sonnenschein erwarten, und die Laune war bei sämtlichen Beteiligten dementsprechend gut. Karl-Heinz Hüttner hatte mit seinem Heizer Horst-Jakob Brandstätter einen Tag vorher die Lok inspiziert, und sie hatten bei dieser Gelegenheit noch ordentlich Kohle geladen. Die alte Lok war tatsächlich - trotz ihres Alters - gut in Schuss. Aber eigentlich auch kein Wunder bei all der Pflege, die die beiden Eisenbahn-Enthusiasten der alten Dampflok angedeihen ließen.

Samstag morgen hatten sie sich in Limburg getroffen, und einen kleinen Abstecher zur Bischofsresidenz des Herrn Franz-Peter Tebartz-van Elst unternommen. Angekommen wurde die illustre Gesellschaft von dem Stellvertreter des Herrn van Elst dahingehend unterrichtet, dass der Herr Bischof zwar wieder in Limburg sei, aber inkognito.. Den erbetenen kirchlichen Segen wollte der Herr Stellvertreter gerne selbst geben, und so fuhr danach der gesamte Dampflokverein DHH 1810 e.V. unter  Leitung des pensionierten Oberlokführers Karl-Heinz Hüttner und des Oberheizer Horst-Jakob Brandstätter Samstag Vormittag am Bahnhof in Limburg los. Die riesige alte Lok mit den zwei anhängenden Tanzwagen nahm schnell Fahrt auf und raste mit 50 kmh Richtung Frankfurt.


Nach lustiger Reise im Frankfurter Kopfbahnhof angekommen, waren sie sogleich von jubelnden, wild Fähnchen schwingenden Fans begeistert empfangen worden. Auch das eine oder andere Gläschen Sekt wurde stimmungsvoll gelehrt, da der Oberlokführer Hüttner und der Oberheizer Brandstätter erst am Montag wieder die Lok bewegen wollten. Es wurden Schnittchen gereicht und der Bahnhofsvorstand ließ es sich nicht nehmen, eine - wie er meinte - humorige Ansprache zu halten. In dem Moment kam auf dem Gleis, auf dem die alte Dampflok stand, ein moderner Zug mit  zehn Wagen eingefahren.

Man sah sogleich, dass der Platz für zwei Züge hintereinander auf dem Gleis nicht reichen würde, und der Bahnhofsvorsteher, dem mangels Zuhörer etwas langweilig geworden war, raunte dem Oberlokführer Hüttner zu, er solle das "Maschinchen" etwas, nur ein kleines Stückchen vorfahren. Ja, und da ist es dann passiert. Der pensionierte Oberlokomotivführer Karl-Heinz Hübner verwechselte kurz vor der Wand am Ende des Kopfbahnhofs das Bremspedal mit dem Gaspedal. Geschehen ist keinem etwas, nur seine Eisenbahner-Ehre war tief gekränkt.
 
Seit diesem Malheur bewegt er nur noch eine Lok: die von der elektrischen Spielzeugeisenbahn seines Enkels Lucas nämlich. Und der pensionierte Oberheizer Brandstätter hat sich einen Pelletofen angeschafft und schmeißt bei Bedarf Pellets statt Kohle nach.









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