Unveröffentlichte Negative von Robert Capa sind gefälscht

Mexiko, Mexiko-Stadt. (däp) Die mehr als 3000 unveröffentlichten Negative des Kriegsfotografen Robert Capa (1913 - 1954), die 2008 plötzlich in Mexiko auftauchten, sind gefälscht.


Als die Fotoagentur "Magnum" damals in Paris den Bericht der New York Times bestätigte, war die Welt der Fotohistoriker aus dem Häuschen. Die Bilder, die aus dem Spanischen Bürgerkrieg stammen sollten, waren von Capa in Form von Negativen  in einen Koffer gepackt und 1940 - vor dem Einmarsch der Deutschen -  in Paris zurückgelassen worden. Capa war  bis zu seinem Tod selbst der Ansicht, die Negative seien zerstört worden.

Der Koffer mit dem brisanten Inhalt war aber anscheinend über mysteriöse Art und Weise nach Mexiko gelangt. Angeblich soll ein spanischer Diplomat den Koffer mitgenommen haben. In Mexiko-Stadt  blieb er dann über mehrere Jahrzehnte versteckt. Mitte der 90er Jahre tauchten  erste Gerüchte auf, dass die Bilder noch existierten. Über Kontakte mit den Erben des inzwischen in Drogenkämpfen tödlich verletzten Diplomaten konnte man schließlich den Koffer samt Inhalt an sich nehmen. So weit, so gut.

Jetzt auf einmal taucht ein Zeitzeuge auf, der unter Eid bezeugt, dass der Koffer niemals der  Koffer war, in dem die Original-Negative gelagert hätten. Wie der Zeuge weiter behauptet, habe Capa immer Lederkoffer benutzt - und dieser hier sei aus minderwertigem Leinen. Auch erregte die Mitteilung Aufmerksamkeit, dass der Hersteller des Koffers seinerzeit noch gar nicht gelebt habe. Allmählich wurden einige Fachleute unruhig und verlangten nun eine genauere Untersuchung der Negative.

Das jetzt vorliegende Ergebnis der Untersuchung ist niederschmetternd: die stark verkratzten Bilder zeigen keine einzige Szene aus dem Spanischen Bürgerkrieg. Was technisch 2008 bei der Untersuchung der Negative noch nicht möglich war, dokumentiert die erneute Untersuchung  umso genauer. Die angeblichen Kriegsdokumente sind sämtlich in einem Studio aufgenommen worden. Wie das? 

Der Vater des spanischen Diplomaten, der den Koffer nach Mexiko mitgenommen hatte, lebte damals auch in Mexiko. Neben seiner Begeisterung für die Fotografie war er als Schauspieler und Komparse tätig. Er hat es nie überwinden können, dass sein spanisches Vaterland nicht am Ersten Weltkrieg teilgenommen hat, während sein Sohn im Spanischen Bürgerkrieg glänzen konnte. Als dann sein Sohn den Koffer mit Negativen bei ihm unterstellte, sah er seine Stunde gekommen.

Er schmiss die Negative von Capa weg und tauschte sie gegen Tausende seiner Negative um, auf denen er, verkleidet als Soldat in den Theaterkulissen zu sehen ist, bis an die Zähne bewaffnet und mit Theaterblut verschmiert. Auf jedem Negativ nur sein grimmiges, kriegslüsternes Gesicht. 

Die von ihm weggeworfenen Original-Negative des Robert Capa sind noch einmal zu finden. Den Vater unseres Diplomaten können sie leider nicht mehr fragen, der ist - wie sein Sohn auch  - später als Drogenkurier in Mexiko-Stadt erschossen worden.










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