Selfies verraten alles

Brasilien, Porto Alegre. (däp) Im Urlaubsparadies angekommen, möchte man schnell seinen Lieben daheim einen Fotogruß schicken. Das macht auch heutzutage mit einem Smartphon keinerlei Umstände. Allerdings erhält der Adressat mehr als nur ein Selfie.


Gerade die jüngeren Leute, die mit Facebook, WhatsApp u.s.w. groß geworden sind, sind sich der Gefahr, die in einem schnell geschossenen Selfie lauert, in keiner Weise bewusst. Die sichtbare, visuelle Information, die man mit dem digitalen Bild verschickt, beinhaltet im wahrsten Sinn des Wortes nämlich einen äußerst umfangreichen digitalen Datenschatz.

Die Metadaten der Fotos verraten jetzt schon den Kameratyp, Ort und Zeitpunkt der Aufnahme, die Körperfettdaten und eventuell erhöhte Nierenwerte.  Ein Selfie ist also quasi eine Kranken- oder Gesundheitskarte mit Bild. Google will sogar den Objektiven seiner Android-Handys die Fähigkeit beibringen, bei Auslösung die Tränenflüssigkeit von Diabetes-Patienten zu messen und in die Fotodaten zu übernehmen.

Apple geht mit seinem iPhone allerdings noch einen Schritt weiter. In einer gerade erschienenen Stellenausschreibung sucht diese Firma nach einem "User Studies Exercise Physiologist", also einem Spezialisten, der Studien zu Kreislauf und Energiebilanz, aerobischer Fitness sowie dem gesamten Stoffwechsel erstellen soll. Sexualtherapeuten  und Singlebörsen bemühen sich ebenfalls darum, signifikante Merkmale und Eigenschaften in die digitalen Fotos einarbeiten zu lassen.

In Zukunft wird es also bei der Bildbetrachtung nicht mehr so sehr um das Aussehen gehen, sondern mehr um die Gesundheit und die Potenz. Da werden die einen der Bildverschicker wieder gerne zur analogen Kamera greifen, die anderen werden ihre Bilder erst zeigen, wenn sie wieder zuhause sind: da haben sie die Möglichkeit missliebige Daten blitzschnell mit einer Hand abzudecken. Egal wie es kommt - Fotos betrachten wird auf jeden Fall spannender.






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