In Uruguay werden sympatische Menschen zur Begrüßung gebissen

Uruguay, Montevideo (däp)  José Mujica ist der wahrscheinlich ärmste - sicher aber freigiebigste - Präsident der Welt. Von den 9600 Euro monatlich behält der 77-Jährige lediglich 900 Euro. Den Rest spendet er an soziale Einrichtungen. Sicherlich anerkennenswert. Allerdings muss er bei diesem schmalen Gehalt  au viele angenehme Dinge verzichten, auf eine Brille zum Beispiel.

Nur so ist folgende Aussage von ihm zu verstehen:"Ich habe Suarez niemanden beißen sehen". Nun kennt jedes Kind in Uruguay den Ausdruck  "den oder die habe ich zum beißen gern". Deshalb kann  der Präsident die Aussagen der Medien nicht nachvollziehen. Das Luis Alberto Suarez Diaz den Italiener Giorgio Chiellini zum beißen gern gehabt haben soll, will ihm einfach nicht einleuchten."Sie waren doch Gegner".


"El pepe", wie der Präsident von seinen Landsleuten liebevoll genannt wird hat bei seinem selbstgewählten Monatseinkommen auch nicht viel zu beißen, betont aber immer wieder aufs Neue, dass das Begrüßungsritual grundsätzlich im Ausland falsch interpretiert würde. Auch wenn einer so wie er nichts mehr zu beißen hätte, würde ein Uruguayer immer nur "reinbeißen", aber niemals etwas "rausbeißen". Das einfache reinbeißen sei nun mal in ihrem Land eine Freundschaftsgeste und wäre mittlerweile ein Teil ihrer Kultur. "Hätten die Ausländer sich vorher ausführlich mit unserem Land beschäftigt, brauchten sie jetzt nicht so erstaunt  tun".

Ungeachtet der kulturellen Eigenarten dieses kleinen Landes muss man jetzt natürlich im Nachhinein die 1930 stattfindende erste Fußballweltmeisterschaft und die erste Weltmeisterschaft nach dem zweiten Weltkrieg (1950) mit ganz anderen Augen sehen. Zumal Uruguay beide Male Weltmeister wurde. Fest steht immerhin, dass Luis Suarez da noch nicht spielte. Aber was war mit seinen Großvater und Urgroßvater? Waren das auch Fußballspieler? Und hat man schon damals in Uruguay zur Begrüßung gebissen? Fragen über Fragen! Die FIFA hat nun gestern ihr Urteil über den Beißer Suarez gesprochen und ihn für neun Spiele gesperrt. Damit ist Uruguay für eine der freundlichsten Begrüßungsformen der Welt ungerechterweise bestraft worden.








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