Bernie Ecclestones merkwürdiger 100 Millionen Dollar Schachzug

© Habeed Hammed
Deutschland, München (däp) Bernie Ecclestone hat den Gerichtsaal in München als freier Mann verlassen. Der 83-Jährige zahlt dafür 100 Millionen Dollar, wovon 99 Millionen Dollar an die Staatskasse gehen und 1 Million an eine Kinderhospizstiftung. Das Landgericht München stimmte somit der Einstellung des Schmiergeldverfahrens gegen den Formel- 1-Boss zu.

Zur Begründung sagte Richter Noll, dass sich der Verdacht gegen Ecclestone während des Verfahrens "in wesentlichen Teilen" nicht erhärtet habe. Damit ist der Brite offiziell unschuldig und nicht vorbestraft. Wie bitte? Haben wir da etwas missverstanden? Wenn der Mann unschuldig ist, warum hat er dann 100 Millionen Dollar bezahlen müssen? Äußerst merkwürdig ist auch die Aufteilung der Summe. Warum nicht 99 Millionen an die Kinderhospizstiftung und 1 Million an die Staatskasse? 


Und warum dementiert der Anwalt von Eccleston so vehement, dass hier ein Deal vorgelegen hätte: "Das ist kein Deal. Das hat mit Freikaufen nichts zu tun." Er hoffe , dass mit dem Entscheid des Gerichts jetzt auch das "Gerede und Geschreibe", dass sich Ecclestone habe freikaufen können, ein Ende habe. Sicherlich gab es auch schon früher Verfahrenseinstellungen. Dies ist nach Paragraf 153a der Strafprozessordnung üblich. Ungewöhnlich an dem Fall Ecclestone ist aber, dass das Verfahren schon seit Monaten lief, bevor es jetzt eingestellt wurde. 

Das die zu zahlenden Millionen im Verhältnis 99 zu 1 zum Vorteil des Staates aufgeteilt werden, war wohl früh genug bekannt. Man hat dann eben nur den Prozess  in die Länge ziehen und abwarten müssen. Vor lauter Angst vor einer Verurteilung - weswegen auch immer, wenn ihm doch nichts zu beweisen war - hat Bernie Eccleston die angebotene Summe für die Einstellung des Verfahrens sukzessive erhöht, bis der Staat den Betrag als hoch genug erachtete. Das man dann von diesem Beitrag doch tatsächlich noch den horrenden Anteil von 1 % für die Kinderhospizstiftung abgeben musste, hatte der Staat bestimmt nicht ernsthaft einkalkuliert.









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