Djerba hängt die Sonne an den Mast

Djerba, Houmt Souk (däp) Gerade noch früh genug hat man die Zeichen der Zeit erkannt und schreitet auf der größten Urlaubsinsel Nordafrikas zur Tat. Um nicht noch die letzten sonnenhungrigen Touristen zu verlieren, werden -  rechtzeitig vor dem Wochenende - sämtliche Hotel-Pools und  Freibäder  technisch aufgerüstet.


Das anhaltend schlechte Wetter hat auch die flache Insel an der Ostküste Tunesiens erreicht. Gerade auch urlaubsgestresste Familien mit ihren Kleinkindern haben im Urlaub momentan stark unter den widrigen Temperaturen zu leiden. Unfroh und blass werfen sie traurige Blicke nach oben, aber die dunklen Wolken wollen die Sonne einfach nicht freigeben. Nun haben die Regierungsvertreter aus der Hauptstadt Houmt Souk nicht mehr länger diesem Image schädigenden Treiben zusehen wollen und im ersten Schritt allen Pools und Freibädern des Landes Heizungen spendiert.

Danach - als weitere Maßnahme - wurden  die Wasserbecken mit hohen Masten umzäunt- ähnlich den Flutlichtmasten in den Fußballstadien. Anstelle des  Flutlichts sind jetzt allerdings jeweils hunderte Reflektorrohren und ebensoviele Gesichtsbräuner installiert worden. Diese Röhren sind ja vielen aus den heimatlichen Sonnenstudios bestens bekannt. Allerdings scheinen die Techniker aus Djerba es etwas übertrieben zu haben. Die  Touristen sind wegen der hohen Bestrahlungsleistung nun gezwungen unbedingt auch im Wasser ihre Sonnenbrillen zu tragen. (Die dabei im Wasser verloren gegangenen Designer-Brillen werden übrigens von dem Reinigungspersonal auf Djerbas Flohmärkten gerne weiter veräußert.)

Durch die starke Sonneneinstrahlung bedingt lassen immer mehr Touristen ihre normale Kleidung auch im Schwimmbecken an, um Verbrennungen dritten Grades zu entgehen. Die Ganzkörperbekleidung hat hier nichts mit Glaubensfragen zu tun, sondern dient einzig und alleine dem Schutz der sonnenungewohnten Haut. Die deutsche Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) will nun das Konzept für Deutschland übernehmen, obwohl Verkehrsminister Dobrindt gerne - mangels Erfolg mit seiner Maut - diesen Bereich im Verkehrsministerium angesiedelt hätte. Kabinettskollegen haben ihn aber davon abgeraten, mit der dringenden Bitte, doch endlich einmal etwas sinnvolles vorzuschlagen. Das kann allerdings dauern - wenn überhaupt...




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