Hubert K. schließt makabre Schlüsse




Deutschland, Siegen (däp)  Wie mir der Fotograf Hubert K. bei einem unserer letzten Treffen erzählte, hat er neulich bei sich zu Hause überraschenderweise einen Karton mit alten Fotos entdeckt.  Die darauf abgebildeten Personen waren ihm zwar alle bekannt, doch wirkten sie seltsam fremd. Lag es daran, dass die Fotografien alle in Schwarz-Weiß waren oder was war es sonst? Als er die Fotografien noch einmal in die Hand nahm und genauer betrachtete, fiel ihm auf, dass sie entweder die Augen geschlossen hatten oder einen merkwürdig starren Blick hatten - eigentlich sahen sie alle wie tot aus.


Dann aber, erzählte Hubert K. weiter, sei es ihm mit einmal wie Schuppen  von den Augen gefallen. Am Beginn seiner sogenannten Karriere als Fotograf hat er doch alle Familienmitglieder als Fotomodelle bei seiner Arbeit eingespannt. Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sollten bei einer Aktion als "Tote" fotografiert werden, Er, Hubert K. fand das damals irgendwie besonders "geil", weil er die Fotos für was Besonderes hielt.

Allerdings machte es immer besondere Mühe die älteren Erwachsenen zu überreden "doch mal tot zu sein". Aber am schwierigsten war das immer bei den betagten Erwachsenen zu bewerkstelligen. Die hatten nichts gegen das Fotografieren an sich einzuwenden, wollten aber partout nicht als Tote fotografiert werden, sondern machten bewusst bei jedem Schnappschuss zappelige Bewegungen, zogen Grimassen und sprangen trotz ihres Alters permanent - oftmals auch auf einem Bein -  im Zimmer umher.

Die Großeltern hätten ihm später einmal erzählt, dass das tot sein - selbst das gespielte - von ihnen als schlechtes Ohmen gesehen worden sei. Nun inzwischen sind sie aufgrund ihres hohen Alters eines natürlichen Todes gestorben. Aber eines muss man doch auch feststellen, obwohl sie heute tot sind, wirken sie auf den Bildern in "Bewegung" lebendiger als die damals "jung fotografierten Toten". Eine schöne Erinnerung und auch eigentlich gar nicht makaber.



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