Südamerika: Gleiche Nummernschilder für alle

So sah das Nummernschild ursprünglich aus

Argentinien, Buenos Aires (däp) In Südamerika wurden für 100 Millionen Autos neue Nummernschilder ausgegeben. Eine Verkehrskommission des südamerikanischen Wirtschaftsverbandes hatte sich in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires nach langen Verhandlungen darauf geeinigt, bis zum Ende des vergangenen Jahres einheitliche Nummernschilder einzuführen. Durch die gleichen Nummernschilder sollte der Grenzverkehr zwischen Argentinien, Brasilien, Paraguay, Uruguay und Venezuela endlich besser kontrolliert werden können.  


Nach Schätzungen des Wirtschaftsverbandes waren in den fünf Mitgliedstaaten des Verbandes rund 100 Millionen Fahrzeuge registriert, die bis dahin lediglich Schilder mit Phantasienummern trugen, da in Südamerika jeder sein Nummernschild selbst nummerieren  konnte. Viele Autobesitzer hatten aber oft aus Mangel an Phantasie einfach ein schon vorhandenes  - manchmal nur mit einer einzigen Zahl beschriebenes - Nummernschild kopiert. Bedingt dadurch, erhielten gleich mehrere Tausend KFZ-Halter bei einer begangenen Ordnungswidrigkeit eines Einzelnen Strafbescheide zugeschickt.

Nun besitzt aber der Südamerikaner ein - sagen wir es einmal vorsichtig ausgedrückt - eher ein leichtes, luftiges Wesen und dementsprechend war auch die Zahlungsmoral. Bis die Behörden den tatsächlichen Übeltäter ermitteln konnten, vergingen oft Jahre. Durch die Inflation (in manchen Jahren bei 30% liegend) war das eingenommene Geld für den Staat praktisch wertlos geworden. Um diesem Missstand ein für alle Mal ein Ende zu bereiten bekam nun jeder Südamerikaner im letzten Jahr sein neues Nummernschild. Diese Schilder sollten durch ihren Strichcode vollkommen fälschungsicher sein.

Durch Übermalung unkenntlich gemachtes Nummernschild
Nur die Südamerikaner kennen anscheinend ihre Südamerikaner nicht. Als farbenfrohe Menschen hatten die natürlich nichts anderes zu tun, als die Striche umgehend bunt anzumalen und den einen oder anderen farbigen gekonnt Strich hinzu zu fügen. Die Polizei reagierte darauf mit ihren Nummernschild-Scannern vollkommen hilflos. Wegen mangelnder Erfolgsaussichten nehmen die frustrierten Ordnungshüter mittlerweile davon Abstand, Verkehrsstraftäter zu ermitteln. Sie kümmern sich jetzt nur noch um Drogenvergehen, da soll angeblich die Erfolgsquote weitaus höher sein.








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