Jugendliche Eskimos wollen als Erwachsene keinesfalls Nasen reiben



Grönland, Nuuk (däp) Jugendliche Eskimos revoltieren. Sie verzichten konsequent auf die Übernahme der Sitten ihrer Eltern. Lediglich die Unterbringung in Iglus wollen sie beibehalten, allerdings nur weil die noch einigermaßen kostengünstig herzustellen seien. Nasen aneinander reiben ist ihnen sehr suspekt und auch später, wenn sie mal verheiratet wären, würden sie nur besonders höflich auftretenden Gästen ihre Frauen anbieten wollen. Diese überraschenden Aussagen hat jetzt der amerikanische Anthropologe Helmed Bogdan in einem Bildband veröffentlicht.


Ein halbes Jahr hat er die Gastfreundschaft von dem Eskimo Anouk  genossen. Die gesamte Zeit hat er ein Zimmer in dem Iglo bewohnt und lernte so die Familie ausführlich kennen. Besonders mit der Ehefrau und den jugendlichen Kindern habe es hitzige Diskussionen über die Zukunft gegeben. Frau und Kinder wollten, dass sich alles radikal in Grönland ändern müsste - an erster Stelle die Sitten.. Anouk der Eskimo war da eher pragmatisch veranlagt und wollte alles so belassen. Seine Frau verwunderte die Einstellung ihres Mannes nicht im Geringsten. "Er muss ja auch nicht mit irgendwelchen Gästen schlafen."


Auch die jugendlichen Kinder (zwei Mädchen), verwahrten sich davor, später im Erwachsenenalter als Gastgeschenk überreicht zu werden. Auch wollten sie nicht mit rotgeriebenen Nasen etwaige Auslandsaufenthalte wahrnehmen. "Man hält uns doch dann letztendlich für Säufer", hätten sie sich erbost gegenüber dem Anthropologen  geäußert. Die Mutter habe fortwährend ihren Kindern mit lebhaften Gesten beigepflichtet, während Anouk der Eskimo nur undeutlich etwas "von alter Kultur" und "es war doch immer so, und das war gut" vor sich hin nuschelte.


Allerdings merkwürdig ist es schon. Der Anthropologe Helmed Bogdan - ein wirklich gut aussehender Mann - ist nicht einmal von der Gastgeberin aufgefordert worden mit ihr das Bett zu teilen. Auch hat er bei Eskimos öfters rote, aber keine geriebenen Nasen gesehen. Der Text des Buches ist deshalb leider etwas spannungsarm geraten, und auch die Bilder lassen die eigentlichen Überraschungen vermissen. Er hätte besser noch ein Tondokument beilegen sollen. Auf der letzten Seite seines Buches schreibt er nämlich - eher etwas am Rand versteckt - von unwahrscheinlichen, aus den nächtlichen Iglos  dringenden, die Schamesröte ins Gesicht treibenden Geräuschen.


Der Anthropologe vermutet, dass die Eskimos bei allen Gesprächen mit ihm, clever um das eigentlich Wahre, dass was sie wirklich interessiert, einen großen Bogen gemacht hätten, nur, um bloß nicht ihre wahre Natur zum Vorschein kommen zu lassen. Helmed Bogdan will die Reise noch einmal machen.







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