Oldtimer-Rennen: Das langsamste Autorennen der Welt findet in London statt


©Politikaner

London - Seit Sonntagmorgen, den 2. November 2014 sind die Oldtimer des "London to Brighton Veteran Car Run nun schon auf der 86 Kilometer langen Strecke in Richtung Süden auf dem Weg zum Seebad Brighton unterwegs. Die maximale Geschwindigkeit von 32 km/h nutzt hier bei diesem Autorennen natürlich keiner aus, sonst wäre das Rennen bei dieser relativ kurzen Strecke nach einigen Stunden vorbei.


Seit 1896 müssen bekanntlich motorisierte Fahrzeuge nicht mehr von einem flaggenschwingenden Fußgänger begleitet werden, um Passanten zu warnen. Dies wurde deshalb geändert, weil nicht die Passanten in Gefahr gerieten, sondern die fahnenschwingenden Begleitpersonen. Bei den äußerst langsam fahrenden Wagen sind nämlich die Begleiter mehrheitlich während des schleichenden Ganges fortwährend eingeschlafen. Der 2. November, an dem dieses Gesetz geändert wurde, wird nun alljährlich von den traditionsbewussten Engländern in Form eines Autorennens mit einer prächtigen Parade alter Automobile begeistert gefeiert.

Tausende über ein Jahrhundert alte Oldtimer rollen durch das geschmückte London und erinnern an vergangene Zeiten, sämtliche Fahrer sind in dicke Mäntel und Jacken eingehüllt, um sich vor dem regnerischen und feuchten Wetter zu schützen(Heizung im Innenraum war unbekannt. Das Autorennen folgt einer alten Tradition: Im Jahr 1896 feierten Automobilisten die Aufhebung des so genannten Locomotive Act, auch Red Flag Act genannt. Lediglich eine Höchstgeschwindigkeit von 4 Meilen pro Stunde (6,4 km/h) war laut Gesetz erlaubt.

In diesem Jahr, zum 118. Geburtstag des allerersten Rennens, hatten sich die Veranstalter etwas Besonderes einfallen lassen. Der, der mit seinem Oldtimer am langsamsten fuhr, sollte die Siegestrophähe überreicht bekommen. Diese Idee stammt übrigens höchstpersönlich von Ihrer Majestät und ist von Tom Purves, dem Vorsitzenden des Royal Automobile Club, sogleich übernommen worden. Allerdings hat wohl keiner mit dem äußerst harten Wettbewerb der Fahrer untereinander gerechnet. Jeder will unbedingt gewinnen und muss somit gleichzeitig der Langsamste sein. Nach eineinhalb Wochen Dauer des Rennens (ununterbrochen seit dem 4. 11. !) sind schon viele Verlierer angekommen, der Sieger ist im Seebad Brighton aber immer noch nicht zu sehen.






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