Parlamentsdebatten werden künftig von dem arbeitslosen Conferencier Thomas Gottschalk geleitet


Deutscher Bundestag, Regierungsparteien unbekannt

Berlin (däp)  Eine neue Studie der Bertelsmann Stiftung entlarvt das Politikverständnis der Bundesbürger - lediglich die Hälfte der Deutschen kennt die Regierungsparteien. Das ist umso unverständlicher, wenn man berücksichtigt, dass Fernsehsender wie Phönix Parlamentsdebatten selbst Nachts ausstrahlen und nach Aussage des Senders auch höchst interessiert von Einzelnen verfolgt werden. 


Nun ist es aber nicht so, dass die Menschen die Politiker nicht vom Angesicht her kennen würden, nein, dafür ist die Medienpräsenz dann doch zu groß - nur zuordnen können sie sie nicht richtig. In einem Fall wurden Testpersonen Bilder verschiedener namhafter Politiker vorgelegt. Alle wurden erkannt, allerdings nicht als Politiker sondern als Schauspieler oder als sonstige Kandidaten. Bei der weiteren Befragung, woher sie die auf den Bildern gezeigten Politiker kennen würden, nannten die meisten die Sendungen: "Wetten das", "Verstehen Sie Spaß?",  "Wer wird Millionär" und die "Heute Show".

Auf die Frage ob sie auch einige der gezeigten Personen schon einmal in Parlamentsdebatten gesehen hätten antwortete mehr als die Hälfte der Befragten, dass sie sich solche Schweinereien nicht ansehen würden. Hier waren besonders die befragten weiblichen Personen in der Überzahl. Nur 46 Prozent kannten überhaupt, welche Parteien die Regierungskoalition bilden. Die meisten hörten zum ersten Mal überhaupt etwas von einer Koalition, andere wieder verwechselten den Begriff mit dem Wort "Kopulation". Als nach den Namen der Oppositionsparteien gefragt wurde, war das Resultat nicht viel besser. "Parteien" wie AEG, SED, UPS, SAP und TUI wurden hier am meisten genannt.

Einen kleine Erfolg hatte übrigens die Bildvorlage der Politiker dann dennoch. Zwei Personen wurden zweifelsfrei von mehr als 52 Prozent der Befragten als Politiker erkannt und zugeordnet. Angela Merkel wurde als "Bundespräsidentin" erkannt und man höre und staune: Willy Brandt als Bundeskanzler. Nach dieser etwas ernüchternden Studie sollen zukünftig sämtliche Parlamentsdebatten im Deutschen Bundestag  - um den Unterhaltungswert zu erhöhen, und damit die Zuschauerzahlen zu steigern - von einem Conferencier geleitet werden. Der arbeitslose Thomas Gottschalk soll sich bereits zusammen mit RTL II ins Gespräch gebracht haben.



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