Solarien werden zu Dunkelkammern



Australien, Adelaide (däp) Das australische Gesundheitsministerium hat endlich Nägel mit Köpfen gemacht und mit Beginn des Jahres kommerzielle Sonnenstudios verboten. Da in Australien bekanntermaßen selten die Sonne schien, wurde in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts für die Einheimischen die Möglichkeit geschaffen, mittels Solarien an die begehrte Sonnenbräune zu gelangen. Vorausgegangen war übrigens ein erbitterter Streik  der ersten australischen Schauspielergewerkschaft, ausgelöst durch eine weltbekannte - zu hellhäutige - Schauspielerin. Damit ist jetzt Schluss: Das Wetter hat sich nämlich dramatisch in ganz Australien verändert.

Mittlerweile scheint die Sonne wieder fast überall in ganz Down Under. Und wie! Selbst die ältesten Einwohner (Aborigines) können sich an solche Hitzeperioden nicht mehr erinnern. Obwohl es doch bei uns in Deutschland ähnlich aussieht - nur umgekehrt. Aus diesem Grund wäre auch ein Verbot von Sonnenstudios in unserem Land einfach nur kontraproduktiv. Wenn man dem deutschen Bürger auch noch das Solarium wegnehmen würde - ja, was bliebe ihm dann noch an Lichtblicken? Aber keine Panik. Der deutsche Gesundheitsminister Gröhe gönnt sich viel zu gerne selbst mal ein Nickerchen auf der Sonnenbank.

Damit zurück zum eigentlichen Thema. Und das ist in Australien der Hautkrebs. Um an besonders gefährliche Melanome zu gelangen war der Australier - wegen der bereits erwähnten mangelhaften Versorgung durch natürliches Sonnenlicht in der Vergangenheit - gezwungen, ebendieses in den Sonnenstudios gegen Bezahlung zu erwerben. Seit sich allerdings die völlig kostenlose Sonne wieder am Firmament sehen lässt, erscheint die Zukunft des gemeinen Australiers wieder bei Sonnenlicht betrachtet durchaus glückversprechend zu sein. Das, wofür er vorher bezahlen musste, bekommt er nun umsonst.

Aber irgendwie war das alles nicht stimmig. Wenn man für einen nicht erlaubten Solarienbesuch 44.000 australische Dollar (etwa 30.000 Euro) Geldstrafe bezahlen muss, das normale Sonnenbad -einschließlich der Melanome - aber umsonst ist, war doch absehbar, dass das Geschäftsmodell Sonnenbank in Australien dem Untergang geweiht war. Besitzer von Sonnenstudios können,  um einem Bankrott zu entgehen, mit  Mitteln des Staates ihre hellen Sonnenkammern in Dunkelkammern umbauen lassen. Nun tragen neuerdings viele Australier in der Sonne Hüte auf dem Kopf. Die meisten verbringen aber bei dieser momentanen Hitze  lieber ihre Freizeit in den Schatten spendenden Dunkelkammern. 


Den Geschäftsleuten mit ihren umgerüsteten Läden ist das allerdings alles völlig egal egal. 30 Minuten Dunkelkammer kosten heutzutage genau so viel wie damals 30 Minuten Sonnenbank.



Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Philipp Lahm nimmt Angebot von Watzke an!

Prinz Poldi war beim Spiel gegen England Kapitän und Torschützenkönig in einem

Das hat Trumps Chefstratege Bannon mit dem radikalen Rückbau des Staates im Sinn gehabt