Männer die im Stehen pinkeln verlieren Mieterschutz


Deutschland, Düsseldorf (däp) Im vorliegenden Fall ging es beim Amtsgericht in Düsseldorf um einen Mieter, der permanent im Stehen in eine Kloschüssel pinkelte. Der Hausbesitzer hatte daraufhin von seinem Mieter eine so genannte Spritzkaution einbehalten - völlig zu Recht, wie jetzt die vorsitzende Richterin entschied.


Der alleinstehende Mieter, ein ehemaliger Fliesenleger, hatte argumentiert, dass er durch einen berufsbedingten Knieschaden an beiden Kniescheiben selbständig nicht mehr in der Lage wäre, sich öfters als ein Mal am Tag aus einer sitzenden Position erheben zu können. Eine Wohnungsnachbarin würde ihm zwar auf Anruf hin, beim Aufstehen aus dem Sessel oder vom Küchenstuhl helfen, er wolle aber deren Hilfe nicht über Gebühr beanspruchen und die Hilfsaktion nicht auch noch auf den Toilettenbereich ausdehnen. Das sah das Amtsgericht anders.

Wegen grober Sachbeschädigung hatte der Hausbesitzer übrigens 2.000 Euro in Rechnung gestellt, die er dem Mieter bei dessen Auszug von der Mietkaution von 3.000 Euro einbehalten wollte. Ein Fachmann hatte nämlich festgestellt, dass der Boden und die Wände durch Urinspritzer regelrecht "durchlöchert" waren. Ob solche Schäden nun durch eine bestimmte Urinart oder generell beim Pinkeln im Stehen auftreten, war allerdings kein Verhandlungspunkt. Auch hätte der Hausbesitzer den Mieter keinesfalls auf (wenn überhaupt vorhandene) Empfindlichkeiten der Fliesen hinweisen müssen. Der Mieter hatte das alles als ehrverletzend empfunden und war vor Gericht gezogen.

In der eigentlichen Urteilsbegründung hieß es dann: "Wegen der erfolgreichen Domestizierung des Mannes ist das Urinieren im Stehen inzwischen allgemein verpönt. Jemand, der diesen früher herrschenden Brauch noch ausübt, muss regelmäßig mit bisweilen erheblichen gewaltbereiten Auseinandersetzungen mit - insbesondere weiblichen  - Mitbewohnern und auch mit starken Verätzungen der Fliesen rechnen." Darüber hinaus gab die Richterin dem Mieter den gut gemeinten Rat mit, nach Anmietung der nächsten Wohnung für das "kleine Geschäft zwischendurch" eine öffentliche Toilette aufzusuchen, dort könne er stehend pinkeln und Löcher ätzen, so viel und so lange er wolle.


Beliebte Posts aus diesem Blog

Philipp Lahm nimmt Angebot von Watzke an!

Prinz Poldi war beim Spiel gegen England Kapitän und Torschützenkönig in einem

Das hat Trumps Chefstratege Bannon mit dem radikalen Rückbau des Staates im Sinn gehabt