Schreibschrift mit flüssigen Druckbuchstaben



Handgeschrieben! Einer der letzten unleselichen, finnischen Liebesbriefe

Finnland, Helsinki (däp)  Die Finnen können ihre eigene flüssige Schreibschrift nicht mehr lesen und schaffen sie deswegen mit sofortiger Wirkung ab. Lediglich ältere Schüler an Finnlands Schulen dürfen sie vorübergehend noch benutzen, allerdings nur mit Druckbuchstaben. Erstklässlern werden nur noch flüssige Druckbuchstaben gelehrt, ähnlich den Buchstaben der Tintenstrahldrucker. Somit leitet Finnland als Gewinner der Pisa-Studie eine neue Ära in der Schreibwelt ein


Da mittlerweile in Finnland schon die handschriftliche Kommunikation zwischen Kindergartenkind und Kindergärtnern arg leidet, will man die nächste Generation besser auf das Leben vorbereiten. Immer öfter wurde zuletzt in Finnland die Beobachtung gemacht, dass Lehrerinnen und Lehrer, aber auch schon Kindergärtnerinnen und Kindergärtnern - bei handschriftlichen angebrachtem Text an der Tafel und in Malbücher der ganz Kleinen - keinerlei Resonanz erfuhren. Heute weiß man übrigens auch, dass die guten Pisa-Noten der Finnen hauptsächlich durch gutes Betragen zustande gekommen sind.

Im Nachhinein betrachtet erscheint das keinesfalls verwunderlich, da Schülerinnen und Schüler voller Inbrunst, völlig in sich versunken, schon im Kindergarten und in Grundschulen über ihren Smartphones hingen und fleißig das  Schreiben mit Druckbuchstaben übten. Kein Wunder, dass das unverständliche so genannte flüssige Schreiben abgelehnt wurde. Man muss das einfach verstehen können. Das wäre geradezu so, als wenn man von Erwachsenen erwarten würde, chinesische Zeichen entziffern zu können. So besehen ist deshalb die Abkehr von der so genannten flüssigen Handschrift nur konsequent.

Alleine die Unsitte heute noch unseren Kindern diese kleinen Knüppel in die Hand zu drücken, mit der Anweisung, damit zu "schreiben", ist schon anachronistisch. Eine Unzahl von verkrüppelten Händen und Fingern bei uns Erwachsenen, sollte eigentlich als ewige Mahnung in unguter Erinnerung bleiben. Hier sind also die Finnen, die ja auch auf anderen Gebieten wegen ihrer Fortschrittlichkeit und ihren Zukunftsweisenden Handlungen aufgefallen sind, gerade noch rechtzeitig an die Öffentlichkeit gegangen, bevor sich Schlimmes wiederholt. Wenn wir wirklich an unseren Kindern interessiert sind, sollten wir die Finnen bedingungslos unterstützen.



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