Neue Fotokameras und neue Küchen üben auf Hobbyfotografen und auf Hobbyköche eine gleichermaßen hohe Faszination aus

Selbst mit der besten Kamera können nur doofe Bilder machen


DEUTSCHLAND (däp) Gefrustete Hobbyfotografen rüsten mal wieder auf. Jetzt, so kurz vor dem Beginn der Reisesaison, will man es endlich wissen. Fotografieren wie die Profis - das muss doch irgendwie zu schaffen sein, denken die meist männlichen Hersteller des üblichen Einerlei von ewig gleichen Wald und Wiesenfotografien. 


Noch immer hält sich nämlich hartnäckig das Vorurteil, dass, wenn man das richtige (sprich teure Fotoequipment) sein Eigen nennt, macht man auch die besseren Bilder. Nun gut, auf Safarie, beim Sport oder in irgendwelchen Kriegsgebieten mag das ja teilweise stimmen, aber sonst? Die berühmtesten Fotos sind  doch komischerweise mit den einfachsten Kameras gemacht worden - auch heute ist das noch so. Aber seltsamerweise müssen bei den eigentlich unfähigen Knipsern halt mindestens drei Kameras und unzählige Objektive am Körper baumeln: Damit machen sie dann zwar bei einigen Eindruck, aber kein einziges herausragendes Foto.


                                                                                 
Nur weil die Küche neu ist, schmeckt das Essen auch nicht besserSeltsamerweise gibt es das gleiche Phänomen bei den Hobbyköchen zu beobachten. Hier ist es aber der weibliche Teil der Gesellschaft, der darauf pocht, nur mit der zweiten oder sogar dritten neuen Küche und mittels der dazugehörigen - ebenfalls neuen - Töpfe und Pfannen, bestehend sogar aus Kupfer oder zumindest feinstem Edelstahl, endlich die tollsten Gourmetrezepte in den Gaumen zum Klingen bringende Realitäten zu verwandeln.


Aber auch hier wird es große Entäuschungen geben. Es ist halt wie bei der Fotografie. Auch die schönste neue Küche kocht mit dem schönsten neuen Equipment an Kochgeschirr nicht alleine. Wie bei der Fotografie braucht es den Künstler oder die Künstlerin. Aber wer will schon unwidersprochen  selbstgefällig behaupten so eine/r zu sein. Üben wir uns einfach etwas mehr in Bescheidenheit, dann klappt es sogar in der alten Küche mit den schmackhaften Mahlzeiten. Unser Vorschlag: Sie kocht in der alten Küche, und er manifestiert sich mit seiner alten Kamera als Food-Fotograf.


Danach laden Sie das Bild bei Flickr hoch und verkaufen es meistbietend. Von dem erworbenen Geld machen Sie eine tolle Urlaubsreise, gehen in ein schickes Restaurant und lassen sich dann noch von einem Profi fotografieren. Die Erinnerung daran kann keine neue Küche und auch keine neue Kamera toppen.


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