Reiseportale verzeichnen einen neuen Trend: Shoppen gehen auf internationalen Airports


Reisende ruhen sich auf dem Flughafen Dubai  - erschöpft zwischen Palmen liegend -  vom Shoppen aus

Dubai (däp) Laut Reiseanbieter sind Städtetouren weltweit out. Die Touristen wollen einfach nicht mehr  - je nach Wetterlage - frierend, verschwitzt oder gar durchnässt durch die Straßen  hetzen, um dann eventuell das eine oder andere Geschäft aufsuchen zu können. Selbst die Einkaufstempel in den Städte haben bei den Reisenden an Attraktivität verloren, da sie keinerlei weltmännisches Flair vermitteln und die Durchsagen über Lautsprecher (lediglich in einer Sprache!) eher als anachronistisch angesehen werden. Auch Museumsbesuche in irgendwelchen Städten gelten spätestens dann als spießbürgerlich, seit virtuelle Besuche über das Internet eine Selbstverständlichkeit geworden sind.


Kein Wunder, dass der Städtetourismus 2014 erstmal zu Erliegen gekommen ist. Im ganz großen Trend liegen neuerdings - und das mit Recht - die Reisen zu den größten Flughäfen der Welt. Hier kann der Tourist nach Lust und Laune unter besten klimatischen Bedingungen shoppen gehen und somit das tun, was er - seitdem die Geldanlage bei den Banken keinerlei nennenswerten Ertrag mehr bringt - am liebsten tut, nämlich hemmungslos Geld ausgeben, um sich im Gegenzug mit den schönsten internationalen Kleinoden zu belohnen, welche unkompliziert und völlig kostenlos auf lustigen Gepäckwagen mitgeführt werden können

Sollte der Airporttourist auf einen anderen Flughafen reisen wollen - kein Problem: Schalter für Weiterflüge befinden sich immer in unmittelbarer Nähe. Überhöhte Taxigebühren für Fahrten zum Airport gehören genau so der Vergangenheit an, wie das frühe Einchecken. Bewundernde Blicke werden sie übrigens spätestens auch dann von den Daheimgebliebenen nach ihrer Rückreise ernten, wenn sie wie nebenbei erwähnen, dass sie die Uhr, das besondere Parfum oder ein ausgesuchtes Stück ihrer Lieblingskleidermarke nicht  nur in Tokio gekauft haben, sondern speziell auf dem Flughafen Tokio-Haneda oder auf dem Narita International Airport Tokio.


Außer diesen beiden Flughäfen gibt es natürlich noch andere, die als Reiseziel zum shoppen durchaus in Betracht gezogen werden müssen, als da wären der Flughafen London Heathrow (auch beliebt wegen seiner Duschräume für unkomplizierte Drogentauschgeschäfte), der Changi Airport in Singapur (Schuhe ausziehen, da der Boden des Flughafens mit Teppichboden belegt ist), der Hongkong International Airport (größter Frachtflughafen der Welt, somit für die Versendung von Shoppingware bestens geeignet), der von den weiblichen Reisenden besonders geliebte Flughafen Dubai (2014 mehr als 70 Millionen Besucher, davon 50 Millionen Frauen).


Zu erwähnen sind dann noch der Incheon International Airport Seoul (beste Servicequalität weltweit, unaufdringliches Personal wäscht ihnen beispielsweise unaufgefordert nach der Toilettenbenutzung die Hände mit Bimsstein), der Flughafen Paris-Charles-de-Gaulle (Check-in lediglich am Check-in-Automaten, besonders bei Älteren beliebt), der Airport Amsterdam Schiphol (hier gibt es ein sagenhaftes Flughafenhotel mit Wasserbetten, die speziell mit dem Wasser Amsterdamer Grachten gefüllt sind.


Das, was aber den größten Vorteil einer Reise zu den genannten Flughäfen gegenüber Städtereisen ausmacht, ist die unmittelbare Erreichbarkeit von piekfeinen Toilettenanlagen. Wer jemals in Großstädten shoppen war, kennt das vergebliche Suchen nach sauberen öffentlichen Toiletten. Es verwundert also nicht, dass immer mehr  Reiselustige ausgesuchte Airporttouren den Städtereisen vorziehen. Mit zusammengeklemmten Beinen und gehetztem Blick durch Städte zu schleichen ist eben nicht jedermanns Ding.











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