Bei den Mongolen heißt das Fahrrad "Pferd" oder "Kamel"


In Ulaanbataar sagt man zum Fahrrad "Pferd" oder "Kamel"


Mongolei, Ulan-Bator (däp) Beim Reisen in ferne Länder begegnen dem neugierigen Reisefotografen manche Überraschungen. Eine davon ist in der wunderschönen Mongolei - hier im Besonderen in der Hauptstadt Ulan-Bator - zu bestaunen. Drei Millionen Mongolen leben in dem bezaubernden Land, dass viermal so groß ist wie Deutschland, wobei mehr als die Hälfte der Bevölkerung in Ulan-Bator lebt.


Diese Hauptstadt liegt in einem weiten Tal und ist - man kann es wirklich nicht anders bezeichnen - mit Radwegen "gepflastert". Eine der Überraschungen in dieser Millionenstadt besteht darin, dass trotzdem keine einzige mongolische Radfahrerin oder ein Radfahrer auf diesen hervorragend gepflegten Wegen unterwegs ist. Alle Radwege in Ulan-Bator sind nämlich für Radfahrer verboten. Die Einzigen, die diese Wege benutzen dürfen, sind Pferde und Kamele, samt Reiter. Steigt allerdings der Reiter (oder die Reiterin) von einem der Tiere ab, muss er (sie) auf den Bürgersteig ausweichen und Pferd oder Kamel alleine weitergehen lassen.

Diese Verfügung gibt es schon seit Dschingis Khans Zeiten und ist in der Zwischenzeit nur geringfügig modifiziert worden. In der gesamten Mongolei lebt übrigens immer noch mehr als eine Million nomadisierender Viezüchter. Deren Familien ziehen seit ewigen Zeiten mit ihren traditionellen Rundzelten, den Jurten, auf angestammten Routen, von Weideplatz zu Weideplatz, genau so wie ehemals schon die Groß- und Urgroßväter. Deren Gene sind selbst bei den Städtern in Ulan-Bator immer noch so gegenwärtig, sodass die Stadtverwaltung eines Tages beschloss Radwege für die Tiere zu bauen.

Der Hauptgrund für den Bau von Radwegen lag aber darin, dass der Staat Mongolei lediglich Radwege subventionierte und zwar auf Anraten eines Stadtverordneten, der davor zufällig 3 Wochen in Münster (Westfalen) Urlaub gemacht hatte. Dem Tourist und Reisefotografen aus dem Ausland fällt allerdings auf, dass die Tiere, die auf dem Radwegen von Weideplatz zu Weideplatz ziehen, seltsamerweise ein Zaumzeug aus Stahl trugen. Daran war seitlich ein großes Bügelschloss befestigt, ebenfalls aus Stahl. Der Stadtverordnete meinte dazu: " Auf den Parkplätzen für Fahrräder wurde mir in Münster immer wieder meine Rad geklaut, das soll meinen Landsleuten hier in der Mongolei mit den Tieren auf den Weideplätzen nicht passieren".

In der letzten Zeit sollen viele Bügelschlösser geknackt worden sein. Angeblich von Migranten aus Münster. Die Münsteraner sollen ja auch was von Pferden verstehen - aber von Kamelen?






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