Die Iraner verbringen ihren Urlaub am liebsten im eigenen Land, erst danach folgt höchst ungern Mallorca


Antiker Park im Iran. Hier verbringt der Iraner am liebsten seinen Urlaub

Iran (däp) Jeder kleine Junge im Iran will irgendwann später einmal Gärtner werden. So ist dieser edle Beruf in dem vorderasiatischen Land über Jahrtausende zum beliebtesten Lehrberuf überhaupt geworden. Dadurch bedingt, ist der Iran im Laufe der Zeit das Land der Parks geworden. Leider ging aber der Lebenstraum, Gärtner zu werden, nicht bei allen kleinen Iraner als Erwachsene in Erfüllung, sonst wäre der gesamte Iran wahrscheinlich auch ein einziger Landschaftspark geworden. Ob das denn schließlich der Koran erlaubt hätte, steht hier noch auf einem ganz anderen Blatt.

Diejenigen, die nun keine Gärtner geworden sind - immerhin doch die überwiegende Mehrzahl der Iraner -, kompensieren die Nichterfüllung ihres Traumes damit, dass sie zumindest ihren Jahresurlaub in einem der Parks verbringen. Den ganzen Urlaub sitzt dann der Iraner mit seiner Familie im sonnendurchfluteten Grün und schaut den Gärtnern bewundernd bei ihrer Arbeit zu. Sobald dann die letzten Sonnenstrahlen am Horizont verschwunden sind, ruft er gebieterisch zum Aufbruch. In der nachfolgenden - angenehm kühlen - Nacht  träumt er dann gerne regelmäßig davon, wie er in einem zweiten Leben endlich ebenfalls Gärtner würde und die bewundernden Blicke der anderen Iraner während seiner Tätigkeit  genießen könnte.

Nur wenn die Nächte nach den Urlaubstagen im Park unangenehm schwül sind, hat er Albträume während des Schlafens, in denen er und seine Familie ihren Urlaub auf Mallorca verbringen. Fehlende Gärtner und fehlende Parks, Alkohol in Massen, der ihnen nach ihrem Glauben zu trinken nicht erlaubt ist, überall nur Sand und Wasser, halbnackte Menschen an allen Ecken, Schweinefleisch über Schweinefleisch und nirgendwo ein bereitliegender Koran - schweißgebadet wacht der Iraner nach solchen Träumen auf, und ihm wird mit einem Mal bewusst, dass es für ihn zwar ein zweites Leben geben wird, aber doch hoffentlich, hoffentlich nicht auf Mallorca.







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