Einem Arzt steht während einer OP keine Raucherpause zu


  

Deutschland,Köln - Der leitende Oberarzt Dr. Paul Armbrüster hat vor dem Oberlandesgericht Köln eine herbe Niederlage einstecken müssen. Das Verfahren wurde nach mehreren Jahren jetzt mit einem bahnbrechendem Urteil beendet. Dem Oberarzt steht ab sofort während laufender Operationen keine Raucherpause mehr zu.


Das Urteil - gegen das im übrigen keine Revision zugelassen wurde - kam im vollbesetzten Sitzungssaal des renovierten Oberlandesgerichts denkbar schlecht beim Publikum an. Anwesende Ärzte ließen ihrem Unmut über das - ihrer Meinung nach - ungerechte Urteil freie Bahn und skandierten mit vor Erregung dunkelrot angelaufenen Gesichtern lauthals: "Schiebung, Schiebung." 

Der Oberarzt ist bekannt als starker Raucher und insofern - durch gesundheitspolitische Verwerfungen bedingt - schon seit Jahren (selbst in seinem eigenen Haus!) als Raucher von seiner Frau geächtet, dergestalt, dass er gezwungen wurde auf der Terrasse seiner Leidenschaft zu frönen. Und das bei Wind und Wetter. Um des lieben Hausfriedens willen hat er sich dieser Demütigung ergeben und gute Mine zum bösen Spiel gemacht. Etwa zur gleichen Zeit bekam das Krankenhaus, in dem der Chirurg tätig war, einen neuen Verwaltungschef, der als erste Maßnahme im Haus ein generelles Rauchverbot durchsetzte.

Da Dr. Armbrüster praktisch rund um die Uhr arbeitete, bestand er zumindestens auf einer Raucherpause während der OP, (beispielsweise, wenn der Assistenzarzt nähte). Ausgerechnet an einem dieser Tage, als der leitende Oberarzt im OP-Kittel rauchend vor dem Haupteingang stand, besuchte eine Gruppe einer Antiraucherkampagne unter Führung des neuen Verwaltungchefs das Haus. Armbrüster bekam eine saftige Abmahnung, worauf er vor Gericht ging. Die Erwähnung der starken Anspannung während den Operationen und die daraus folgende notwendige Beruhigung durch Zigaretten ließ das Gericht allerdings, wie gesehen, nicht gelten.

Dr. Paul Armbrüster versuchte es nach diesem niederschmetternden Urteil noch eine Zeit lang mit Bonbon kauen, gab aber bald darauf seine Stelle auf und arbeitete als Schönheitschirurg mit eigener Praxis. Hier ist er hauptsächlich mit der Gesichtsauffrischung von rauchenden Privatpatienten befasst. Wir meinen, dass damit die Karrierekurve des Dr. Armbrüster weiter nach oben zeigt - man kann sich schließlich als Raucher nicht alles gefallen lassen.




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