Dienst nur nach Vorschrift




Deutschland, Berlin (däp) Bei Fachkräftemangel werden einer Studie zufolge, unmotivierte - bis zur inneren Kündigung gelangte - Mitarbeiter, denen ihr Arbeitgeber egal ist, zu einem großen Problem. Diese Arbeitnehmer kosten dem Unternehmen viel mehr als das bloße Gehalt.


Mitarbeiter, die emotional nicht an ihren Arbeitgeber gebunden sind - oder anders ausgedrückt, keine liebevolle Beziehung zu diesem aufgebaut haben -, können Kollegen demoralisieren und für ein schlechtes Image der Firma sorgen. Meistens nehmen sie bei einem Wechsel zur Konkurrenz auch noch ihr Know-how mit. Eine aktuelle Untersuchung des Beratungsunternehmens Garp hat gerade im Moment die Zusammenhänge sehr deutlich gemacht. Das Ergebnis setzt natürlich die Führungskräfte unter Druck: Sie sollen nun dafür sorgen, dass diese Mitarbeiter sich endlich in der Firma wohlfühlen.

Die Berater empfehlen den Führungskräften, sich den Fußball zum Vorbild zu nehmen und als erste Maßnahme einen Trainerschein zu erwerben, um über kurz oder lang zukünftige Führungsspieler im Unternehmen auszubilden. Die Studie ergab nämlich, dass nur 16 Prozent der Beschäftigten eine liebevolle Bindung an ihre Arbeitgeberin haben. Bei Firmen mit Arbeitgebern geht die Kurve der prozentualen Werte sogar signifikant nach unten. Freiwillig wollen sich die wenigsten unterordnen, oder gar für Chefin und Chef voll einsetzen. Die, die innerlich schon weg sind gaben an, erst einmal eine Survival Tour zu machen, da sie nicht mehr bei ihrem/r Arbeitgeber/in  arbeiten wollten und trotzdem ja irgendwie überleben müssten. 

Holger Schwates (53), Kriesenberater und Herausgeber des Buches: "Meine Mitarbeiter tragen schon bei der Arbeit Stutzen", verglich motivierte Beschäftigte mit den Fans im Fußballstadion: " Fans identifizieren sich mit ihrem Verein, sie sind engagiert und auch wenn sie Kritik üben, bleiben sie der Mannschaft treu. Alleine die zärtlichen Umarmungen bei einem geschossenen Siegtor sprächen Bände. "Warum sollen sich die Mitarbeiter bei einem neuen Auftrag nicht auch umarmen und sich herzen können? Das gemeinsame Feiern nach Dienstschluss sollte ebenfalls unbedingt die Regel sein." Reisen mit Firmenbussen zu anderen Firmen um gemeinsam Aufträge zu bejubeln wären ebenfalls angeraten. 

Holger Schwates gibt darüber hinaus den Rat zuerst Firmenschals für die Mitarbeiter anfertigen lassen, die keine Stutzen im Büro tragen wollten. Ein dezenter Hinweis von einem führenden Mitarbeiter, dass die Beschäftigten eher ungern im Sommer mit Schals arbeiten würden, wurde mit einer Handbewegung weggewischt, "Mit irgend etwas müssen sich die Mitarbeiter schließlich als Fangruppe artikulieren können, man kann ja erfrischende Getränke (Bier/Sekt) während der Arbeitszeit verteilen."



Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Donald Trumps Wahlkampfmanager hat gekündigt - er hat genug gelernt.

Deutsche Angestellte nehmen auch in Ihrem Urlaub gerne Anrufe von Kollegen entgegen

Philipp Lahm nimmt Angebot von Watzke an!