Für Rettungswagen in der Schweiz gilt demnächst die ausgeschilderte Geschwindigkeit




Wie wir bereits in einer früheren Ausgabe berichteten ("Endlich gibt es wieder mehr Tote auf den Friedhöfen") und uns dabei auf die ausufernde Kriegslust in der Welt beriefen, will sich die kleine Schweiz unbedingt an der Produzierung von im Krieg Gefallenen beteiligen - auf ihre ganz eigene Art nämlich.


Die Schweiz hat bekanntermaßen keine große Armee, um sich an den Scharmützeln in der Welt zu beteiligen und tote Helden zu feiern. Das ärgerte besonders die konservative Klientel. Dieser Menschenschlag hat sich jetzt  - bedingt durch die neue Gesetzgebung der Schweizer in Bezug auf die Geschwindigkeit der Krankenwagen - mit Bern ausgesöhnt. Nun gibt es wohl bald auch in der Schweiz tote Helden, allerdings die von der traurigen Art.

Tempolimits gelten im allgemeinen überall für den Normalverbraucher. Rettungswagen sind davon ausgenommen und haben freie Fahrt - in der Schweiz gilt das ab dem 1. September nicht mehr. Der Fahrer eines Rettungswagens, der mit Tempo 80 durch eine 50er Zone fahrt, begeht infolgedessen eine Straftat. Setzt sich der Fahrer über das Gesetz hinweg, droht ihm eine Strafe von mindestens einem Jahr Gefängnis oder 24 Monate Führerscheinentzug. Die viele Schwerkranken, die durch zukünftige Schleichfahrten der Rettungskräfte zu Tode kommen, werden dann wohl als traurige Schweizer Helden durch die Presse geistern - "während des Krankentransports gefallen". 

Corina Eichenberger, FDP-Nationalrätin und Präsidentin der parlamentarischen Gruppe Rettungssanitäter, erklärte gegenüber dem Weltfotograf: "Als diese Geschwindigkeitslimits eingeführt wurden, dachte das Parlament nur an Raser, und da sind uns direkt Rettungssanitäter eingefallen."  Nach landesweiten Protesten sollen jetzt aber doch schnellstmöglich Ausnahmen für die Retter geschaffen werden. Wer in Zukunft mit erhöhter Geschwindigkeit einen todgeweihten Patienten lebenserhaltend rechtzeitig ins Krankenhaus bringt, soll von einer Strafverfolgung verschont bleiben. Stirbt der Patient allerdings vorher - trotz rasender Fahrt -, droht ein Gefängnisaufenthalt oder ein zweijähriger Führerscheinentzug. 


Übrigens plant die große Koalition in Deutschland ähnliches.




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