Gesundheitsbewusst lebende Mitglieder bezahlen ab 1. Januar keinen vollen Krankenkassenbeitrag




Mit ihrem Verzicht auf Beitragsteile der Versicherten wollen die Krankenkassen einen finanziellen Anreiz für ein endlich allgemeines gesundheitsbewusstes Verhalten schaffen. Versicherte, die gesund leben und kostenpflichtige Angebote zur Gesundheitsförderung nicht ablehnen, sollen ab dem 1. Januar 2017 von ihren Krankenkassen reichlich belohnt werden. Unter anderem brauchen sie dann keine vollen Krankenkassenbeiträge mehr zu zahlen. Dies geht laut einem Pressebericht aus einem Entwurf der Krankenkassen hervor.



Der Referentenentwurf für das neue Präventionsgesetz besagt, dass "jede Krankenkasse in der Regel verpflichtet wird in der Satzung den Verzicht auf Beiträge gesundheitsbewusster Versicherter festzuschreiben." Die bisherige Kann- wird damit zu einer Soll-Bestimmung. Wir zitieren aus der Begründung zur Novelle:" Eine krankheitsorientierte ärztliche Gesundheitsuntersuchung, die vorrangig auf die Frührerkennung einer bereits eingetretenen Erkrankung ausgerichtet ist, greift zu kurz. Vorrangig gilt es nun, den Bürger allenfalls auch mit akrobatischen Tanzwettbewerben, die zusätzlich mit einem nahmhaften Preisgeld ausgestattet sind, auf Vordermann zu bringen."

Allerdings gab es auch schon Kritik von den Arbeitgebern.  Die müssen nämlich ihren Beitragsanteil für den Arbeitnehmer weiter zahlen, selbst bei vollster Bewegung. Das empfinden viele als ungerecht. Ein Wermutstropfen ist übrigens ach noch, dass die Kassen die Kosten für die Aufklärung von den Versicherten zurückverlangen. "Bundesweite Plakataktionen, Hochglanzbroschüren und Ermahnungen oder Präventionsangebote nach dem Gießkannenprinzip gehen häufig völlig am Bedarf vorbei“, sagte der Versicherten-Obmann Werner Müller und rät den gesundheitsbewussten Versicherten erst einmal jegliche Zahlungsaufforderung zu ignorieren.

Gewinnbringender für alle gesundheitsbewussten Versicherten wäre es, wenn zunächst einmal eine gut sitzende Präventionslösung angeboten würde. Der besondere Schwerpunkt muss doch bei den älteren Arbeitnehmern liegen. Um die ebenfalls in den Genuss von Preisgeldern kommen zu lassen, sollte  - anstatt akrobatischer Tanzeinlagen für diese Gruppe zu fordern - auch der langsame Walzer und der in Vergessenheit geratene Schieber eine Möglichkeit zur Prävention sein.



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