Rentenbeginn wirbelt die Partnerschaft durcheinander




Langjährige Partner kennen das Problem. Sobald einer  in Rente geht, erleben sie die Partnerschaft anders - ganz anders. Einen Plan für den sogenannten dritten Lebensabschnitt schmieden nämlich nur die wenigsten Paare. Geht die Frau vor dem Mann in Rente, ergeben sich die wenigsten Verwerfungen. Kompliziert gestaltet sich der umgekehrte Fall, wenn der Mann zuerst zu Hause bleibt. Das ist denn für die Paare eine ganz besondere Herausforderung.




Ist mehr Garten, sportliche Betätigung oder ein Hobby tagesfüllend? Dipl. Psychologin Adele Münchbauer aus Hamburg-Eppendorf sagte dem Standpunkt gegenüber "Der Ruhestand krempelt im Grunde genommen alles um, was bisher funktioniert hat." Während beide berufstätig waren, hielt man sich an einen geregelten Zeitplan. Die Partnerin stand zuerst auf und machte das Frühstück, kümmerte sich um die Kinder und erledigte die ersten Arbeiten im Hause. Danach stand der Partner auf und frühstückte ausgeruht mit dem Rest der Familie. Dann brachte sie die Kinder zur Schule und ging arbeiten. Er ging nur arbeiten. Nachdem sie nach der Arbeit das Essen vorbereitet hatte, wurde gemeinsam zu Abend gegessen. Danach kümmerte sie sich um den Haushalt und er kümmerte sich um den Fernseher.

Will damit sagen: Es hatte alles eine gewisse logische Ordnung. Die ist aber dann, wenn die Kinder aus dem Haus sind und der Partner zuerst in Rente geht, dahin. Nun entdeckt nämlich der Partner den Haushalt und schlägt sogleich mit der besten Absicht bahnbrechende Änderungen im täglichen Ablauf vor. Das alles - wie gesagt - nur mit den besten Absichten. Das wiederum will die Partnerin nicht unwidersprochen hinnehmen und so kommt es tagtäglich zu einem tagesfüllenden Kompetenzgerangel. Das Problem ist die undefinierte Erwartungshaltung beider Partner. Die Lösung kann nur sein, dass man mindestens fünf Jahre vor Eintritt in das Rentenalter damit beginnt, das Miteinander im Ruhestand spielerisch zu üben. Die Partnerin muss loslassen können und ihn drängen, als Rentner stundenweise in irgendeiner Sportart tagsüber ein Ehrenamt zu bekleiden, auch bei Wind und Wetter. Wenn der so tätige dann abends nach Hause kommt, wird er vor Müdigkeit nicht mehr in der Lage sein, seiner Frau irgendwelche Kompetenzen in der Haushaltsführung streitig zu machen.

Den neuen Lebensabschnitt sollten Männer als Chance begreifen. Neben der Möglichkeit ein Ehrenamt auszuüben gibt es etliche Varianten den eigenen Interessen nachzugehen. Wenn man bisher aus Zeitgründen kein Hobby ausüben konnte, kann man sich jetzt drei oder vier aussuchen. Zum Beispiel: Yogakurse belegen, Laiendarsteller werden, als Komparse beim Film tätig sein, Bogenschießen lernen, bei der Problemzonengymnastik als ständiges Mitglied präsent sein, Führungen durch den eigenen Garten machen, ein Buch schreiben, oder gar ein Haus bauen. Man sucht sich einfach etwas aus, was man schon als junger Erwachsener machen wollte. Wichtig ist nur, dass sie etwas außerhalb des Hauses machen, losgelöst von ihrer Partnerin , nur für sich. Stellen Sie während des Findungsprozesses fest, dass sie ohne ihre Partnerin  - bedingt durch das lange Zusammenleben - gar nichts mehr alleine  machen können, dann nutzen Sie einfach die neu gewonnene Zeit dazu, ihre Partnerin durch behutsame Umkreisung neu zu entdecken. Die Themen "ökologische Haushaltswirtschaft" und "sparsames biologisches Kochen" brauchen Sie allerdings bei dieser Neufindung nicht unbedingt in die Unterhaltung einfließen lassen.

Sollte dies alles nicht helfen, den Lebensabend fröhlich zu gestalten, kann ich Ihnen nur wärmstens die kurzfristige Unterstützung eines Therapeuten empfehlen. Viele Ältere machen den Therapeuten übrigens auch ehrenamtlich!

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