Krankenhaus beschäftigt doppelt so viele Ärzte wie Pflegekräfte



In den Operationssälen der Krankenhäuser tummeln sich die Ärzte und drängeln sich  mit Ellenbogengewalt an die Operationstische zu den eigentlich operationsunwilligen Patienten. Schließlich will ja jeder einmal schneiden oder wenigstens nähen, wofür hätte er sonst Medizin studiert? Wären die Patienten in diesem Moment nicht in Narkose, könnten sie wenigstens einmal bewusst erleben, was es heutzutage heißt, im Krankenhaus umsorgt und betreut zu werden. Wenn sie nämlich anschließend auf den jeweiligen Stationen wieder in ihren Betten liegen, kümmert sich kein Mensch mehr um sie. Der Grund ist absurd: Krankenhäuser beschäftigen doppelt so viele Ärzte wie Pflegekräfte.


Sachsens Krankenhäuser zeigen hier ein besonders unrühmliches Beispiel. Nach Angaben der Deutschen Stiftung Patientenschutz gibt es dort etwa 10.000 Pflegekräfte weniger als in den 1990er Jahren. Ihre Zahl sei von 1991 bis 2013 auf 16.800 gesunken, teilte die Stiftung erbost mit. Dagegen kletterte die Stellenzahl bei den Ärzten von 5.300 auf sagenhafte 76.000. Das krasse Missverhältnis zwischen Ärzten und Pflegekräften wird nur dadurch gemildert, dass das Reinigungspersonal kurzfristig als Aushilfe auf Seiten der Pflegekräfte einspringt.

Diese verfahrene Situation kann man lediglich durch eine Umschulung der Ärzte bewältigen. Das käme auch dem Pflegepersonal insgesamt zugute. Ein zum Pflegepersonal konvertierter Arzt wird sicherlich niemals auf sein gutes Gehalt verzichten, womit eine allgemeine Erhöhung der Gehälter beim Pflegepersonal auf Dauer gewährleistet wäre. Damit wäre ein Streik in Sachsen in naher Zukunft ausgeschlossen und Pflegepersonal gäbe es auch genug.





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